Karneval, Fastnach or Fasching – also known as the fifth season – is the time for fun, jollity and overwhelming lust for life. Starting on Twelfth Day until Ash Wednesday traditionally it’s Carneval in German speaking countries. Highlights are the old hag’s day and Carnival Monday. On Ash Wednesday it’s all over and the Lenten season starts. And although it’s not the properly meaning of carneval this extraordinary time is a good opportunity to experience diversity… [DE]
Als Karneval, Fastnacht oder Fasching oder auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet man verschiedene Bräuche, um die Zeit vor Aschermittwoch in Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumender Lebensfreude zu feiern.
Ihren Ursprung haben die Bräuche in einer christianisierten Form der heidnischen Winteraustreibung, wobei ein Bezug zur christlichen Fastenzeit entstand. Weitere wichtige Einflüsse sind die Narretei, Lokalpatriotismus und die Verhöhnung der französischen Besatzung am Anfang des 19. Jahrhunderts.
Beginn
Am Dreikönigstag beginnt traditionell in den deutschsprachigen Ländern die Karnevalszeit.
Seit dem 19. Jahrhundert finden in vielen Gegenden zusätzlich am 11. November, ab 11:11 Uhr einzelne Veranstaltungen statt, zu denen insbesondere die Vorstellung des Prinzenpaars gehört. Hintergrund ist, dass auch das Geburtsfest Christi bereits kurz nach dessen Fixierung im Jahr 354 eine vorangehende 40-tägige Fastenperiode vorsah, vor deren Beginn man – wie vor Karneval – ebenfalls die später verbotenen Fleischvorräte aufzuzehren pflegte (Gansessen am 11. November, dem Martinstag).
Höhepunkt
Den Höhepunkt erreicht die Fastnacht in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmotzigen/unsinnigen oder auch glombiga Donnerstag (von Schmotz = Schmalz, was auf in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hinweist) bzw. Weiberfastnacht über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fastnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge – wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog. Anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem vierten Fastensonntag, dem Rosensonntag.
Die größten Umzüge finden in den Karnevalshochburgen statt: Köln, Mainz, Düsseldorf, Mönchengladbach, Aachen, Eschweiler, Euskirchen, Erkelenz, Bonn, Koblenz, Krefeld, Duisburg und Dülken. Aber auch weiter südlich, etwa in Frankfurt am Main (Fastnachtssonntag), Aschaffenburg (Faschingssonntag), Mannheim (Fastnachtssonntag), Wombach (Fastnachtssonntag) Würzburg, Karlstadt/Main (jeweils Fastnachtssonntag) oder Karlsruhe (Fastnachtsdienstag) gibt es große Umzüge mit mehreren Hunderttausend Besuchern. Als der größte Umzug im norddeutschen Raum ist der traditionelle Schoduvel in Braunschweig am Fastnachtssonntag und der Karnevalsumzug in Berlin bekannt.
In den Stadtteilen, Städten und Dörfern um diese Hochburgen herum gibt es Umzüge am Samstag (Nelkensamstag), Sonntag (Orchideen- oder Tulpensonntag) und Dienstag (Veilchendienstag). In Duisburg-Hamborn findet seit Jahrzehnten am Karnevalssonntag der größte Kinderkarnevalszug Europas statt.
In der Nacht zu Mittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval und es gibt an vielen Orten die Tradition, dass die Karnevalisten in dieser Nacht eine Strohpuppe, den so genannten Nubbel, als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage, vor allem wegen des ausgegebenen Geldes, verbrennen. In Düsseldorf und den niederrheinischen Städten wie Krefeld, Duisburg, Mönchengladbach, Kleve oder Wesel wird der so genannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Dieser war ursprünglich eine typisch niederrheinische Narrenfigur. Dieser Schelm oder Hanswurst hatte Ähnlichkeit mit Till Eulenspiegel und den mittelalterlichen Hofnarren. So wird berichtet, dass es im 18. und 19. Jahrhundert am Niederrhein der kleinen Leute Brauch war, in der Nacht auf Aschermittwoch ausgerüstet mit Stangen, an denen Würste hingen, durch die Straßen zu laufen und lustige Lieder zu singen.
Ende
Ende des Karnevals ist der Aschermittwoch. Sein Termin hängt unmittelbar von der Lage des Osterfests ab.
Räumliche Einordnung
Der Karneval findet fast ausschließlich in katholischen, in abgewandelter Form auch in orthodoxen Gebieten statt. Dieses hängt sicherlich nicht nur mit der Fastenzeit zusammen, sondern auch mit dem früher stärker vorherrschenden Katholizismus als Lebensform. Berühmteste Ausnahme ist wohl die Basler Fasnacht. Hochburgen sind also in Deutschland das Rheinland, Rheinhessen, Südhessen, Münsterland, die Lausitz, Franken (vor allem in der Region Würzburg) und Baden-Württemberg (Schwäbisch-alemannische Fastnacht), in Luxemburg Diekirch, Echternach und Remich, sowie in der Schweiz Basel und Luzern, in den Niederlanden (in den Provinzen Limburg und Nordbrabant), in Belgien insbesondere das deutschsprachige Ostbelgien. Vereinzelt existiert die Tradition auch auf dem Land in Flandern. Berühmt ist ferner der Karneval in Venedig sowie der Mardi Gras in New Orleans. Der Karneval ist auch in Rijeka (Kroatien) und Südamerika verbreitet; besonders der Karneval in Rio in Brasilien, der Karneval in Oruro in Bolivien und der Karneval von Barranquilla in Kolumbien sind weltbekannt.
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