ISO 26000: Ethical code for organizations and companies/ ISO 26000: Ethik-Kodex für Organisationen und Unternehmen

Five years ago, the International Organization for Standardization ISO has decided to develop an international standard for corporate social responsibility. During the last five years, more than 400 experts from 94 countries worked on the ethical standard. The release is planned for 2010. For most companies, corporate social responsibility and sustainability have become both: a challenge and a strategic objective. Until now there was no global standard that defined what corporate social responsibility was and how it should be implemented in organizations. In a voting about the first draft, the standard met approval and disapproval. Turkey, China, Russia and Iran voted against ISO 26000, Germany abstained from voting. Too many German organizations fear that ISO 26000 might turn into a marketing tool. What do you think? Is an ISO norm appropriate and feasible for Corporate Social Responsibility? [DE]

Die Themen gesellschaftliche Verantwortung bzw. Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit stehen mittlerweile bei den meisten Unternehmen auf der Agenda. International einheitliche Richtlinien oder Zertifizierungen gibt es in diesem Bereich bisher noch nicht, was sich jedoch bald ändern könnte.

Seit fünf Jahren arbeiten über 400 Experten aus 94 Ländern an einer universellen Ethik-Norm: ISO 26000. Im Februar 2010 wurde ein erster Entwurf der Norm freigegeben. Inhalt der ISO -Norm sind Richtlinien, die definieren, was gesellschaftliche Verantwortung bedeutet und wie sie in einer Organisation umgesetzt werden kann. Eine Besonderheit der Norm ist, dass sie sich nicht nur an Unternehmen, sondern an alle Organisationen weltweit richtet, somit auch an Regierungen, die Kirche, oder den regionalen Fußballverein. Im Mittelpunkt der Ethik-Norm stehen sieben Kernthemen: verantwortungsvolle Unternehmensführung, Menschenrechte, Umweltschutz, Verbraucherschutz, faire Produktion, gerechte Arbeitsbedingungen und die Einbeziehung der Stakeholder.

ISO 26000 stößt zum Teil auf harte Kritik. Bei der weltweiten Abstimmung über den Entwurf der Norm im Februar stimmten vor allem Länder des nahen und fernen Ostens, unter anderem Russland, China, die Türkei und der Iran, dagegen. Dennoch kam es mit 23 % der Stimmen nicht zu einer Ablehnung des Entwurfes. Deutschland enthielt sich der Abstimmung. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Gewerkschaften gegen die Norm stimmten. Der BDI befürchtet, dass sich die neue ISO-Norm zu einem Marketingtool entwickelt, das enorme Kosten für Unternehmen verursachen könnte. Ursprünglich war ISO 26000 ausdrücklich nicht für Zertifizierungen vorgesehen. Das bedeutet, Unternehmen können sich nicht von einer externen Zertifizierungsorganisation, z.B. dem TÜV, bestätigen lassen, dass sie gemäß dieser Richtlinie handeln. Da aber bereits viele Unternehmens beim TÜV Anfragen gestellt haben, kann eine Zertifizierung nicht ausgeschlossen werden. Zudem wird in Frage gestellt, ob eine Richtlinie zu Corporate Social Responsibility in den Aufgabenbereich der ISO fallen darf und ob soziale Verantwortung überhaupt normiert werden kann. Bei deutschen Unternehmen ruft die Norm gemischte Reaktionen hervor.

IKEA plant bereits eine Implementierung der Norm an vier Standorten und strebt eine Zertifizierung an. Nike und Henkel sehen die Anforderungen der Norm in bestehenden Standards bereits gut abgedeckt. Die ISO 26000 Norm kann somit in der Tat zu einer geeigneten Leitlinie zur Überprüfung bestehender Standards werden. Ob es bei einer freiwilligen Leitlinie bleibt, oder ISO 26000 sich zu einem Zertifikat entwickelt, auf das Unternehmen zukünftig nicht mehr verzichten können, wird sich zeigen. Es liegt mit Sicherheit auch in der Hand der Unternehmen. Beginnt der Erste mit einer Zertifizierung, werden andere Unternehmen nachziehen müssen, um nicht schlechter dar zu stehen.

Halten Sie ein Ethik-Zertifikat für notwendig, um in einer globalisierten Welt nachhaltig zu handeln, oder befürchten Sie eine Zertifizierungswelle, die vor allem den Zertifizierungsorganisation Profit einbringt?

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